The Underground Classroom Logo
Peer-Feedback

Peer-Feedback

Zurück zur Übersicht
Baustein #2.4 —

Peer-Feedback

Peer-Feedback ist eine spezifische Form des Feedbacks und bezeichnet gezielte und konstruktive Rückmeldungen (Hinweise, Vorschläge, Kritik, Ideen etc.) zwischen Schüler*innen (Peers).

Diese Rückmeldungen können sich auf Leistungen (z.B. Referate, Vorträge, schriftliche Arbeiten) oder Lernaktivitäten der Mitschüler*innen beziehen. Es handelt sich dabei um einen dialogischen Prozess zwischen Schüler*innen, der von einer Lehrperson initiiert und angeleitet wird. Peer-Feedback ist eine Aktivität, die es gut vorzubereiten gilt und die Lehrveranstaltungen aber auch das Lernen der Schüler*innen bereichern kann.

Peer-Feedback kann dabei verschiedene Funktionen einnehmen:

  • Peer-Feedback ermöglicht den Schüler*innen, ihre Vorstellung einer gelungenen Leistung auszudrücken. Im Zentrum des Peer-Feedbacks steht stets das Ziel, durch konkrete Rückmeldungen die Kolleg*innen bei der Verbesserung ihrer Leistungen zu unterstützen.
  • Peer-Feedback ist ein weiterer Weg für die Schüler*innen sich mit den Qualitäten eines Produkts auseinanderzusetzen. Oftmals fällt dies einfacher, wenn man sich nicht nur auf die eigene Arbeit konzentriert, sondern die Arbeiten der Peers betrachten kann.
  • Beim Arbeiten mit Peer-Feedback lernen die Schüler*innen Qualitäten und auch Defizite anderer Arbeiten sprachlich zu erfassen. Dies braucht aber viel Übung und Anleitung.
🔥
ACHTUNG

Da Peer-Feedback primär dazu dienen soll, das Lernen der Schüler*innen zu stärken, wird empfohlen, Peer-Feedback von der Notengebung abzutrennen.

Voraussetzungen

Damit ein Peer-Feedback effektiv ist und maximale Effekte erzielt, ist es wichtig, sich auf einige grundsätzliche Dinge zu achten:

💡
Peer-Feedback funktioniert am besten, wenn es zu unfertigen Produkten oder Entwürfen gegeben wird. So haben die Schüler*innen die Möglichkeit, das Feedback auch umzusetzen.
  • Es lohnt sich, zumindest zu Beginn, die Schüler*innen sich in Paaren austauschen zu lassen. Dort sind die Rollen klarer und die Schüler*innen sind mehr gefordert.
  • Den Schüler*innen sollen die Gründe und Ziele für das Peer-Feedback kommuniziert werden. Dies schärft den Fokus.
  • Es kann sich lohnen, den Schüler*innen gewisse Feedbackformen als Modelle zu zeigen und zu diskutieren. Man kann nicht davon ausgehen, dass die Schüler*innen wissen, wie man korrektes und sinnvolles Feedback gibt.
  • Es lohnt sich, gewisse Grundregeln für das Feedback gemeinsam mit den Schüler*innen festzulegen.
  • Man den Schüler*innen Formulierungshilfen zur Verfügung zu stellen, damit sie sich besser ausdrücken können.

Regeln für Peer-Feedback

Die Schüler*innen sollen lernen, sich gegenseitig Rückmeldungen zu ihrer Arbeit zu geben. Ron Berger verfasst dazu drei grundlegende Regeln, die beim Geben von Peer-Feedback zu beachten sind. (Berger 2003, S. 93)

💡
Be kind.

Wir geben wertschätzendes Feedback. (Eine wertschätzende und wohlwollende Umgebung ist der Schlüssel, dass ein Feedback auch angenommen werden kann.)

💡
Be specific.

Unser Feedback ist immer spezifisch und präzise. (verbotene Worte sind toll, gut, nett etc.)

💡
Be helpful.

Wir geben konstruktives und hilfreiches Feedback. (es soll sich auf konkrete Bereiche der Arbeit beziehen und Vorschläge zur Verbesserung machen.)

Eine einfache Vorlage für Peer-Feedback

Grundsätzlich wollen wir Kritiken und defizit-orientierte Urteile vermeiden. Das heisst aber nicht, dass wir Dinge nicht hervorheben, die noch der Besserung bedürfen. Hier ist ein mögliches Framing, dass in fast allen Settings funktioniert:

💡
Das gefällt mir. (+)  

Die Schüler*in sagt, was sie an der Arbeit gut findet.

💡
Das verstehe ich nicht. (?)

Sie zeigt Dinge auf, die sie nicht versteht. Hier ist es wichtig, konkrete Beispiele hervorzuheben, damit die Rückmeldung so spezifisch wie möglich ist.

💡
Das würde ich noch machen. (>)

Die Schüler*in gibt einen oder mehrere konkrete Ratschläge, was man am Produkt noch ändern oder verbessern könnte.

Mögliche Peer-Feedback Settings

💬
Pitch Meetings

Die Schüler*innen stellen sich gegenseitig die Idee oder These für ein bevorstehendes Projekt vor. Dazu erhalten sie nach vorgegebenen Kriterien Rückmeldungen oder Fragen.

💬
Schriftliches und mündliches Peer-Feedback

Die Schüler*innen geben sich gegenseitig ihre Dokumente frei, lesen den Entwurf und schreiben Rückmeldungen mit der Kommentarfunktion. Anschliessend erklären sie kurz die wichtigsten Punkte ihrer

💬
Two Stars and a Wish

Stars = was gut war, wishes = was besser sein könnte. Möglich z.B. als kurze Form des Feedbacks (Stichworte)

💬
Feedback als Zwischenstopp

Bevor eine Präsentation gehalten / ein Produkt abgegeben wird, findet eine Präsentation in einer kleineren Peer-Feedbackgruppe statt. Dieses Feedback soll dann umgesetzt werden, bevor das Produkt abgegeben / die Präsentation gehalten wird. Es kann auch verlangt werden, dass das Peer-Feedback mitabgegeben wird. Dies kann auch Teil des Bewertungsprozesses sein.

💬
Review

Sie schreiben einen ganzen Fliesstext (eine Kritik) zu einem Produkt

💬
Schreibkonferenz

Erste Person gibt Feedback zu Sprache, zweite Person gibt Feedback zur Struktur, dritte Person gibt Feedback zum Inhalt (Je mit einer anderen Farbe)