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Guerilla Ungrading - Ein Epilog

Guerilla Ungrading - Ein Epilog

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Baustein #9

Guerilla Ungrading - Ein Epilog

Wenn ich auf meine zwei Experimente zurückblicke, würde ich wohl einiges anders machen. In Kombination bescherten sie mir jedoch eine Fülle an Erfahrungen und konkreten Erkenntnissen, die meine Sicht auf die Noten schärften.

Noten sind ein notwendiges Übel, das uns Lehrpersonen durchaus die Arbeit leichter machen kann. Schliesslich helfen sie uns, die Schüler:innen dazu zu bringen, das zu tun, was wir wollen, wann wir wollen. Aber ich bin überzeugt, dass sie den Schüler:innen nicht dabei helfen, mehr zu lernen oder sich das Gelernte besser zu behalten. Im Gegenteil, ich glaube, dass Noten eine stressige Umgebung schaffen, in der die Schüler:innen mehr über die Konsequenzen ihres Handelns bei Leistungserhebungen Gedanken machen als über die Lerninhalte selbst.

Je weniger die Schüler:innen ihre Leistungen mit willkürlichen Zahlen verbinden, desto besser. Der wahre Gewinn von Ungrading besteht darin, dass die Schüler:innen den Kopf frei bekommen, sich mit den Inhalten und Anforderungen einer Aufgabe auseinanderzusetzen. Dies gelingt am besten, wenn sie im Unterricht und eben auch bei Leistungserhebungen die Möglichkeit erhalten, Fehler zu machen und sich kritisch mit diesen auseinandersetzen. Dort findet das wirkliche Lernen statt. Eine solche fehlerfreundliche Umgebung braucht Zeit, Vertrauen und muss in kleinen Schritten aufgebaut werden.

Das bedeutet aber nicht, dass wir die Noten gleich abschaffen müssen. Wie wir gesehen haben, gibt es viele Wege, wie wir ihre schädliche Wirkung auch in einem auf Noten ausgerichteten System systematisch reduzieren können. Aber hey, es gäbe da schon ein paar gute Gründe dafür…